Hannes Stein: Nach uns die Pinguine

9783462317442Autor: Hannes Stein
Titel: Nach uns die Pinguine
Seiten: 208
ISBN: 978-3-8697-11560
Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Inhalt:
Die Menschheit hat sich selbst nahezu ausgerottet. Nur auf den abgelegenen Falklandinseln geht der Alltag weiter – bis der Gouverneur mit einer Churchill-Büste erschlagen wird … Hannes Steins skurriler Weltuntergangskrimi ist ein philosophisch-postapokalyptisches Vergnügen. […] (Verlagstext)


Autor:
Hannes Stein wurde 1965 in München geboren und ist ein Journalist und Schriftsteller. Aufgewachsen in Salzburg, begann er 1984 in Hamburg Amerikanistik, Anglistik und Philosophie zu studieren und lebte 1989 ein Jahr als Deutschlehrer in Schottland.

Später arbeitete er für die FAZ, den Spiegel und der Zürcher Weltwoche, sowie den Merkur. Von 1997 an, lebte er in Jerusalem und schrieb dort seine erstes Buch, war dann als Literaturkorrespontdent und Redakteur für verschiedene zeitungen tätig.

Seit 2012 lebt er in den USA. kurzzeitig ließ er sich als Republikaner registrieren, wechselte dann ins Lager der Demokraten. „Nach uns die Pinguine“, ist sein neuntes Buch.

Rezension:
Joshua Feldenkrais ist jüdischer Mormone, geheim homosexuell, und irgendwie hat es ihn von London an das andere Ende der Welt verschlagen. Und so lebt er als Moderator eines kleinen Radiosenders auf den Falklandinseln, die irgendwie von den „betrüblichen Ereignissen, über die wir ungern reden“, verschont geblieben sind.

Womit nichts anderes gemeint ist, als der Atomkrieg, der die Menschheit inzwischen hingerafft hat. Bis eben auf ein paar Flecken Erde, wo diese unbehelligt leben, da sie irgendwie davon gekommen sind. Und so leben die Inselbewohner ihren nebel- und windumtosden Alltag, jeder kennt sich.

Sogar mit den Amerikanern, die in der Nähe auf einem stillgelegten Kreuzfahrtschiff leben, versteht man sich. Irgendwie. Das Leben verläuft in ruhigen Bahnen, bis plötzlich der allseits beliebte Gouverneuer der britischen Krone von Chruchill erschlagen wird.

Genauer, von seiner Büste. Josuha wittert die große Story und gerät mit seinen Ermittlungen selbst in den Kreis der zu tiefst Verdächtigen.

Die Geschichte ist schnell erzählt und schnell gelesen, sowie so. Der klare Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man keinen Hangover erlebt. Alleine, die spannung kann nicht durc hgängig gehalten werden, dass was britischer Humor sein soll, ist allenfallls ein Abklatsch und vermag nicht wirklich zu funktionieren.

Der Funke vermag nicht überzuspringen, wobei die Geschichte selbst an sich Potential dazu gehabt hätte. Die Figuren, so skurril wie sympathisch, haben alle ihre Eigenheiten, doch entwickelt sich keine wirklich weiter, wenn man auch im Handlungsverlauf veränderungen am Hauptprotagonisten feststellen darf.

Ansonsten bleiben die Figuren blass. Schade, wahrscheinlich ist aber nicht mehr drinn bei nur etwa 200 Seiten. Die Geschichte hätte durchaus noch mehr Platz vertragen können.

Abgesehen von der Gestaltung, die dem KiWi-Verlag bei der Print-Ausgabe wieder einmal gelungen ist, ist dies ein kleiner Roman, der nicht unbedingt gelesen werden muss, dessen Setting aber Insel-Fans und Weltenbummlern gefallen wird.

Wann reist man schon mal in eine so entfernte Gegend, die noch heute Zankapfel zwischen Briten und Argentiniern ist, ohne „betrübliche Ereignisse, über die wir ungern reden“, gehabt zu haben.

Der Autor verpackt wunderbar britische Klischees und beteiligt sich mit Freude an den kuriosen geographischen Streit, vermag dennoch nicht wirklich zu überzeugen.

Schön, wenn man es gelesen hat, insgesamt aber der Eindruck, dass die Welt doch besser von Pinguinen beherrscht wäre. Leider.

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