Joanne K. Rowling: Harry Potter und die Kammer des Schreckens (illustrierte Ausgabe)

9783551559029_0Autorin: Joanne K. Rowling
Titel: Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Seiten: 259
ISBN: 978-3-551-55902-9
Verlag: Carlsen
Übersetzung: Klaus Fritz
Illustrationen: Jim Kay

Inhalt:
Endlich wieder Schule. So ein Seufzer kann nur jemand ausstoßen, dessen Ferien schrecklich waren. Und so erlebt Harry Potter sein zweites Jahr an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei, doch dieses Mal ist die Schule bedroht. Zuerst die Katze des Hausmeisters, schließlich die Schüler selbst, werden angegriffen.

Harry selbst wird von einigen Mitschülern verdächtigt, der Verursacher des Schreckens zu sein. Zum ersten Mal kommen Harry Potter Zweifel, ob er in das richtige Schulhaus gewählt wurde, doch als er einen kleinen Taschenkalender entdeckt, ist er dem wirklichen Angreifer näher als ihm lieb ist.

Harry und seine Freunde spüren die Geheimnisse um Hagrids Vergangenheit auf, der Kammer des Schreckens und das tödliche Geheimnis, welches diese verbirgt.

Einordung:
Die Geschichte ist hinreichend bekannt. Der Band ist Nummer 2 einer insgesamt siebenteiligen Reihe um den berühmten Zauberlehrling. Bei der Rezension soll es hauptsächlich um die Besonderheit der illustrierten Ausgabe gehen und ihren Zeichnungen.

Autorin:
Joanne K. Rowling ist die Autorin der Harry-Potter-Bücher um den berühmten Zauberlehrling, welche in 79 Sprachen übersetzt wurden. Über 450 Millionen Bücher der Reihe wurden bislang verkauft.

Nach ihren Erfolgen im Jugendbuchbereich schrieb sie mehrere Zusatzbücher für wohltätige Zwecke, danach einen Gesellschaftsroman für Erwachsene. Eine Krimi-Reihe schrieb sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith.

Zuletzt beteiligte sich die Autorin an der entstehung eines Theaterstücks, welches derzeit in London aufgeführt wird sowie als Drehbuchautorin und Produzentin des Filmes „Newt Scamander – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“.

Zeichner:
Jim Kay studierte nach der Schule Illsutrationen an der Univiersity of Westminster und arbeitete nach seinem Abschluss für verschiedene Archive in London und Kew.

Nach einer Ausstellung seiner Werke wurde er von einem Verleger angesprochen, womit seine Arbeit als freiberuflicher Illustrator begann.

Für seine Arbeit zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ erhielt er 2012 die Kate Greenaway Medal und den deutschen Jugendliteraturpreis (zusammen mit Patrick Ness). 2015 wurde die von ihm illustrierte Schmuckausgabe des ersten Bandes der Harry Potter Reihe von Bloomsbury veröffentlicht. Jim kay lebt heute in Northanptonshire.

Rezension:
Die Geschichte geht weiter. Während der erste Band den Leser in die von Joanne K. Rowling erdachte Welt einführt, werden wie auch dort, weiterhin die Grundlagen gelegt für den weiteren Verlauf der Handlung.

Und so erlebt Harry Potter ein weiteres magisches Jahr, was zunächst einmal trostlos beginnt. Von seiner unmagischen Tante und Onkel quasi weggesperrt, durchlebt er einen langweiligen Sommer, der erst endet, als er von seinem Freund Ron und dessen Brüdern gerettet wird. In einem magisch verzauberten fliegenden Wagen.

Was folgt ist eine Aufeinanderreihung von Abenteuern, in die er und seine Freunde gestürzt werden. Zum ersten Mal ist dabei nicht nur er selbst, sondern die gesamte Schule bedroht, die immer mehr eingeengt wird, durch die Angriffe auf ihre Schüler.

Doch, Harry, Hermine und Ron stoßen auf Geheimnisse der Vergangenheit des befreundeten Wildhüters Hagrids und ein mysteriöser Taschenkalender bringt sie auf die Spur der Angriffe, auf Schüler und Hausgeist. Die Gefahr indes wird immer größer, bis Harry ihr schließlich erneut gegenüber steht.

So viel zur Handlung. Mehr muss man gar nicht sagen. Joanne K. Rowlings Schreib- und Erzählstil ist auch in diesem Band brilliant und obwohl der zweite allgemein als der schwächste angesehen wird, hat dies für die Reihe kaum etwas zu bedeuten.

Dazu ist einfach die Geschichte in ihren Zusammenhängen zu sehr aufeinander abgestimmt. Tatsächlich werden hier weitere Grundlagen für spätere Ereignisse gelegt. Zu wichtig, um diesen Band unter den Tisch fallen zu lassen.

Klar in seiner Erzählstruktur mit kontinuierlichen Spannungsbogen und kurzweiligen Kapiteln ist alleine der text schon Lesegenuss genug. In dieser Schmuckausgabe aber lohnt es sich vor allem auf die starken Illustrationen einzugehen.

Wer Jim Kays Arbeiten, auch im Zusammenhang mit anderen Werken, kennt, wird bestätigen, dass sich der Zeichner hier wieder komplett selbst übertroffen hat.

Im Spannungsfeld zwischen den Vorgaben der Autoren und den Bildern, die sich den Fans durch die Filme in die Köpfe gesetzt haben, lässt der Zeichner die eigene Interpretation dieser Welt lebendig werden.

Förmlich erwischt man sich dabei zu sagen: „Ja, so kann man sich das vorstellen. Richtig gut getroffen.“ Zusammengesetzt aus verschiedenen Zeichenstilen, die mal nur ein paar Stellen, dann wieder über mehrere Doppelseiten hinausgehen, gewinnt die Welt des Zauberlehrlings an Farbe.

Vom Schutzumschlag bis hinein zum kleinsten Bilddetail eine Augenweide, die für Sammler, Fans und Neuleser ihren berechtigten Anklang findet.

Diese Details, selbst bei größeren Zeichnungen, zeigen die ganze Liebe für diese Geschichte, die Jim Kay hineingesteckt hat. Noch sind sie so farbenfroh. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie düster sie in den kommenden Bänden werden.

Bis dato vermag diese Interpretation zu gefallen, ob einfach nur als Ergänzung der bereits bestehenden Sammlung oder für das erneute Eintauchen in einer wahrhaft magischen Welt.

Für Puristen zum Abschluss das Wichtige: Der Roman-Text ist, wie auch im ersten Band, ungekürzt.

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