Christian Koester: Mein Sohn ist ein Spiesser, Ihrer auch?

9783843704687_coverAutor: Christian Koester
Titel: Mein Sohn ist ein Spiesser, Ihrer auch?
Seiten: 267
ISBN: 978-3-548-37481-9
Verlag: ullstein

Inhalt:
Max möchte auf keinen Fall so werden wie sein Vater. Und ihm gefällt gar nicht, dass seine Lehrerin in wilder Ehe lebt. Der Junge hat von kleinauf sehr genaue Vorstellungen, wie die Dinge zu laufen haben, und ist genervt von den fürchterlich liberalen Ansichten seines Vaters.

Der beobachtet amüsiert wie sein konservativer Sohn gegen die Werte seiner Eltern rebelliert: Toleranz, Weltoffenheit, Individualität. Max strebt nach Status, strikten Regeln und Markenkleidung.

Wunderbar unterhaltsam lässt uns Christian Koester an seinem Leben mit Max teilhaben und spricht all jeden aus der Seele, denen ihre Kinder auch ein Rätsel sind. (Klappentext)

Autor:
Christian Koester ist freier Journalist und lebt in Hamburg. Von seiner Frau getrennt, hat er zwei Söhne.

Rezension:
Bei rund 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr, alleine im deutschsprachigen Raum, ist es klar, dass dabei viel Ausschuss produziert wird, der früher oder später in den Ramschkisten der Buchhandlungen landet.

Einfach nur, um die Ladenhüter möglichst schnell und kostengünstig loszuwerden. So geschehen, auch mit diesen Buch, welches mehrheitlich längst aus den ordentlich sortierten Regalen verschwunden ist, in die man es 2013 gestellt hatte. Und das aus guten Grund.

Christian Koester schreibt über seine ach so weltoffenen Ansichten, die aber in seinem jüngsten Nachwuchs ihre Grenzen finden.

Tatsächlich erweißt sich Nesthäkchen Max schon im Kleinkindalter als sehr willensstark, als er die neue Babysitterin kurzerhand in die Speisekammer sperrt, da die geliebte Vorgängerin des Aufpassens auf fremde Kinder überdrüssig geworden ist und fortan jemand anderes den Job machen muss.

Auch später treibt er seine Eltern, die mit ihrem antiautiortären freizüglichen Erioehungsstil bei ihren Kindern punkten wollen, aber vor allem bei ihm scheitern, in den Wahnsinn.

Sei es bei der Kleiderwahl zum Schulanfang oder wenn er Geld an Mitschüler verleiht. Mit Zins und Zinseszins versteht sich.

Das Cover alleine schon, spricht Bände, genau so, wie die Tatsache, dass man eben dieses zu Rate ziehen muss, um wenigstens etwas positives sagen zu können. Die Farben gut aufeinander abgestimmt, es lächelt ein freundlicher Junge den Leser an, der in seinem konservativen Auftreten so wirkt wie ein abgestandener Pädagoge im Kleinformat.

So, ganz niedlich, aber das war’s dann auch schon. Tatsächlich ahnt man es schon mit den ersten Zeilen, worauf der Text von Koester hinauslaufen soll. Mich würde es wundern, wenn der Sohn überhaupt noch mit dem Vater spricht, geschweige denn dessen italienische Schwiegerfamilie.

Noch nie habe ich einen Text im Verdacht gehabt, mit dem es einem Autor leichter gefallen wäre,seine Familie zu vergraulen.

Das liest sich alles schnell und flüssig, ist weder tiefsinnig noch unterhaltend, eher ein Zustandsbericht einer Vater-Sohn-Beziehung, die zwischen zwei Buchdeckeln wunderbar breitgetreten wird.

Warum macht der Autor so etwas? Und, hat er nicht von Anfang an gesehen, wozu sein Erziehungsstil führt? Was bleibt, ist ein Scherbenhaufen in Buchform, dem man kaum etwas abgewinnen kann, außer es vielleicht bei den eigenen Kindern besser zu machen.

Aus der Thematik hätte man eine kritische analyse machen können oder einen humoristischen Bericht. Letzteres sollte es wohl werden. Es ist nicht gelungen.

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